Rückerstattungen

1. Allgemeine Regelungen

Falls es der Luftfrachtführer versäumt, die Beförderung nach Maßgabe des Beförderungsvertrags vorzunehmen oder der Fluggast um eine entsprechende Änderung bittet, so hat er für einen unbenutzten Flugschein oder einen unbenutzten Teil desselben nach Maßgabe dieser Ziffer und seiner Tarifbestimmungen eine Rückerstattung zu leisten.

2. Erstattungsempfänger

  • Soweit nachstehend keine anderslautende Regelung getroffen wird, ist der Luftfrachtführer berechtigt, entweder der im Flugschein bezeichneten Person oder der Person, die den Flugschein bezahlt hat, nach Vorlage eines entsprechenden Nachweises eine Erstattung zu gewähren.
  • Ist die den Flugschein bezahlende Person eine andere als die im Flugschein als Fluggast benannte und hat der Luftfrachtführer einen entsprechenden Erstattungsbeschränkungsvermerk angebracht, so kann der Luftfrachtführer eine Erstattung nur an die den Flugschein bezahlende Person oder nach deren Anweisung vornehmen.
  • Außer im Falle des Verlusts des Flugscheins wird die Erstattung vom Luftfrachtführer nur gegen Rückgabe des Fluggastcoupons bzw. der Fluggastquittung sowie aller unbenutzten Flugcoupons vorgenommen.
  • Die an eine den Fluggastcoupon bzw. die Fluggastquittung und alle unbenutzten Flugcoupons vorlegende Person, die sich als nach Maßgabe der Ziffer 11.2.1 oder 11.2.2 als Erstattungsberechtigter ausgibt, ausgezahlte Erstattung gilt als ordnungsgemäße Erstattung und befreit den Luftfrachtführer von der Haftung, allen sonstigen Ansprüchen und Rückerstattungen.

3. Unabdingbare Rückerstattung

Sollte der Luftfrachtführer einen Flug absagen, einen Flug in wesentlicher Abweichung vom Flugplan durchführen, den planmäßigen Bestimmungsort oder einen Zwischenlandeort des Fluggasts nicht anfliegen, einen bereits bestätigten Beförderungsplatz nicht zur Verfügung stellen können oder verursachen, dass der Fluggast einen gebuchten Anschlussflug nicht erreicht, so entspricht die Rückerstattung,

  • wenn kein Teil des Flugscheins abgeflogen wurde, dem gezahlten Flugpreis;
  • wenn ein Teil des Flugscheins abgeflogen wurde, entweder
  • dem Flugpreis für die einfache Strecke (abzüglich anwendbarer Ermäßigungen und Gebühren) vom Ort der Reiseunterbrechung bis zum Bestimmungsort bzw. nächsten Zwischenlandeort oder
  • dem Differenzbetrag zwischen dem gezahlten Flugpreis und dem für die abgeflogenen Strecken anwendbaren Flugpreis.

4. Freiwillige Rückerstattung

  • Sollte der Fluggast aus anderen als in der vorstehenden Ziffer 11.3 genannten Gründen eine Rückerstattung des für seinen Flugschein gezahlten Betrags wünschen, so entspricht der Erstattungsbetrag,
  • wenn kein Teil des Flugscheins abgeflogen wurde, dem gezahlten Flugpreis, abzüglich der anwendbaren Bearbeitungs- und Stornierungsgebühren,
  • wenn ein Teil des Flugscheins abgeflogen wurde, dem Differenzbetrag zwischen dem gezahlten Flugpreis und dem für den Streckenabschnitt, über den der Fluggast befördert wurde, gültigen Flugpreis, abzüglich der gültigen Bearbeitungs- und Stornierungsgebühren.

5. Erstattung Eines In Verlust Geratenen Flugscheins

  • Geht ein Flugschein oder ein Teil davon verloren, so erfolgt die Erstattung gegen einen den Luftfrachtführer zufriedenstellenden Nachweis des Verlusts sowie nach Entrichtung der entsprechenden Bearbeitungsgebühren, stets vorausgesetzt, dass
  • der verlorene Flugschein oder Teil desselben nicht bereits zur Beförderung oder Erstattung eingelöst oder ersetzt wurde,
  • die den Erstattungsbetrag erhaltende Person sich in der vom Luftfrachtführer vorgeschriebenen Form verpflichtet, dem Luftfrachtführer den erstatteten Betrag zurückzuzahlen, falls der verlorene Flugschein oder Flugcoupon von einer anderen Person zur Beförderung oder Erstattung vorgelegt und eingelöst wird.

6. Ablehnung Von Erstattungen

  • Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer des Flugscheins kann der Luftfrachtführer die Erstattung ablehnen, wenn die entsprechende Antragstellung nach Ablauf der diesbezüglich in den Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers festgelegten Frist erfolgt.
  • Der Luftfrachtführer kann die Erstattung für einen Flugschein ablehnen, welchen der Fluggast dem Luftfrachtführer oder den Behörden eines Landes zum Nachweis seiner Absicht, das Land wieder zu verlassen, vorgelegt hat, es sei denn, der Fluggast kann zur Zufriedenheit des Luftfrachtführers nachweisen, dass er die Erlaubnis hat, in dem Land zu bleiben oder das Land mit einem anderen Luftfrachtführer oder Beförderungsmittel verlassen wird.
  • 7. Währung

    Alle Erstattungen unterliegen den Gesetzen, Vorschriften und Regelungen des Lands, in dem der Flugschein ursprünglich erworben wurde, sowie des Landes, in dem die Erstattung vorgenommen wird. Vorbehaltlich der vorstehenden Bestimmungen erfolgen Erstattungen normalerweise in der Währung, in welcher der Flugschein bezahlt wurde, sie können jedoch, nach Maßgabe der Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers, auch in einer anderen Währung erfolgen.

    8. Erstatter

    Freiwillige Erstattungen erfolgen nur durch den Luftfrachtführer, der den Flugschein ursprünglich ausgestellt hat, bzw. durch seinen entsprechend bevollmächtigten Agenten.