Flugscheine

1. Flugscheine Als Nachweis Des Beförderungsvertrags

  • Der Flugschein stellt den Nachweis des Beförderungsvertrags zwischen dem Luftfrachtführer und dem im Flugschein bezeichneten Fluggast dar. Die im Flugschein enthaltenen Vertragsbedingungen stellen eine Zusammenfassung einiger Bestimmungen der vorliegenden Beförderungsbedingungen dar.
  • Flugschein als Voraussetzung für die Beförderung: Ein Anspruch auf Beförderung besteht nur bei Vorlage eines gültigen, nach Maßgabe der Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers ordnungsgemäß ausgestellten Flugscheins, der den Flugcoupon für den betreffenden Flug, alle anderen unbenutzten Flugcoupons und den Fluggastcoupon enthält. Ein Anspruch auf Beförderung besteht des Weiteren nicht, wenn der vom Fluggast vorgelegte Flugschein erheblich beschädigt oder nachträglich abgeändert wurde, es sei denn, außer wenn dies durch den Luftfrachtführer oder seinen bevollmächtigten Agenten erfolgt ist.
  • Verlust des Flugscheins : Bei Verlust oder erheblicher Beschädigung des Flugscheins bzw. eines Teils des Flugscheins oder bei Nichtvorlage desselben mit dem darin enthaltenen Fluggastcoupon sowie aller unbenutzter Flugcoupons kann der Luftfrachtführer auf Wunsch des Fluggasts sowie vorbehaltlich seiner Tarifbestimmungen einen solchen Flugschein ganz oder teilweise durch Ausstellung eines neuen Flugscheins ersetzen, wenn dem Luftfrachtführer der Nachweis dafür erbracht wird, dass der Flugschein für die in Frage stehende Beförderung ordnungsgemäß ausgestellt war.
  • Ausschluss der Übertragbarkeit : Der Flugschein ist nicht übertragbar. Wird der Flugschein von einem anderen als dem zur Beförderung oder zur Erstattung Berechtigten vorgelegt, so ist der Luftfrachtführer gegenüber der hierzu berechtigten Person nicht haftbar, wenn er die Beförderung bzw. die Rückerstattung an die den Flugschein vorlegende Person nach dem Grundsatz der Gutgläubigkeit vornimmt.

2. Gültigkeitsdauer

Vorbehaltlich anderslautender Bestimmungen im Flugschein, in den vorliegenden Beförderungsbedingungen oder den Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers ist ein Flugschein zur Beförderung ein Jahr gültig, und zwar gerechnet ab dem Zeitpunkt des Reiseantritts bzw., falls der Flugschein auch nicht teilweise zur Beförderung verwendet wurde, ab dem Ausstellungstag.

Verlängerung der Gültigkeitsdauer

  • Wird ein Fluggast innerhalb der Gültigkeitsdauer des Flugscheins von der Reise abgehalten, weil der Luftfrachtführer :
    ( a ) den Flug, für den der Fluggast eine Platzbuchung hat, absagt, oder
    ( b ) einen planmäßig anzufliegenden Ort nicht anfliegt, der Abflugsort, Bestimmungsort oder Ort der Flugunterbrechung des Fluggasts gewesen wäre, oder
    ( c ) einen Flug in wesentlicher Abweichung vom Flugplan durchführt, oder
    ( d ) verursacht, dass der Fluggast einen Anschluss nicht erreicht, oder
    ( e ) eine andere Beförderungsklasse verkehren lässt, oder
    ( f ) den bereits bestätigten Beförderungsplatz nicht zur Verfügung stellen kann, wird die Gültigkeitsdauer des Flugscheins dieses Fluggasts bis zum nächsten Flug des Luftfrachtführers verlängert, auf welchem ein Beförderungsplatz in der Beförderungsklasse, für die der Flugpreis entrichtet wurde, verfügbar ist.

  • Kann ein Fluggast die Reise während der Gültigkeitsdauer seines Flugscheins nicht antreten, weil der Luftfrachtführer zu dem vom Fluggast gewünschten Buchungszeitpunkt keinen Beförderungsplatz auf dem Flug zur Verfügung stellen kann, so wird die Gültigkeitsdauer dieses Flugscheins nach Maßgabe der Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers verlängert.
  • Ist ein Fluggast nach Antritt seiner Reise wegen Krankheit nicht in der Lage, die Reise innerhalb der Gültigkeitsdauer seines Flugscheins fortzusetzen, so verlängert der Luftfrachtführer die Gültigkeitsdauer dieses Flugscheins (stets vorausgesetzt, dass eine solche Verlängerung nicht aufgrund der für den vom Fluggast bezahlten Flugpreis geltenden Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers ausgeschlossen ist). Die Verlängerung erfolgt bis zu dem Tag, an dem der Fluggast gemäß einem ärztlichen Zeugnis reisefähig ist, oder bis zum Zeitpunkt des ersten Flugs des Luftfrachtführers, nach jenem Tag von dem Ort aus, an dem die Reise wieder aufgenommen werden soll, auf welchem ein Beförderungsplatz in der Beförderungsklasse, für die der Flugpreis entrichtet wurde, verfügbar ist. Sehen die im Flugschein verbliebenen Flugcoupons eine oder mehrere Flugunterbrechungen vor, so wird die Gültigkeitsdauer eines solchen Flugscheins, vorbehaltlich der Tarifbestimmungen des Luftfrachtführers, bis zu maximal drei Monate vom Tag der Reisefähigkeit gemäß ärztlicher Bescheinigung an verlängert. Unter diesen Voraussetzungen verlängert der Luftfrachtführer in gleicher Weise die Gültigkeitsdauer der Flugscheine für Begleitpersonen des flugunfähigen Fluggasts, sofern sie der engeren Familie des Fluggasts angehören.
  • Sollte ein Fluggast auf der Reise versterben, so können die Flugscheine der Begleitpersonen des Fluggasts durch Verzicht auf die Mindestaufenthaltsdauer oder Verlängerung der Gültigkeit abgeändert werden. Sollte sich in der engeren Familie des Fluggasts, der seine Reise angetreten hat, ein Todesfall ereignen, so kann die Gültigkeitsdauer der Flugscheine des Fluggasts und seiner ihn begleitenden unmittelbaren Familienangehörigen gleichermaßen abgeändert werden. Solche Änderungen bedürfen der Vorlage einer ordnungsgemäßen Sterbeurkunde, wobei die Gültigkeitsdauer um maximal 45 Tage, gerechnet ab dem Tag des Todes, verlängert werden kann.

3. Reihenfolge Der Benutzung Der Flugcoupons

  • Der Luftfrachtführer löst Flugcoupons nur in der im Flugschein angegebenen Reihenfolge, beginnend mit dem Abflugsort, ein.
  • Der Flugschein hat möglicherweise keine Gültigkeit, und der Luftfrachtführer löst den Flugschein des Fluggasts möglicherweise nicht ein, falls der erste Flugcoupon für einen internationalen Flug nicht verwendet wurde und der Fluggast seine Reise an einem Zwischenlandeort oder vereinbarten Landepunkt antritt.
  • Jeder Flugcoupon wird für die dort jeweils angegebene Beförderungsklasse sowie an dem Tag und für den Flug, für den ein Beförderungsplatz gebucht wurde, eingelöst. Werden Flugcoupons ausgestellt, ohne dass dort eine Platzbuchung vermerkt ist, so erfolgt diese, vorbehaltlich der für den jeweiligen Tarif gültigen Bedingungen und der jeweiligen Verfügbarkeit entsprechender Plätze, auf entsprechende Anfrage.

3. 4 Name Und Anschrift Des Luftfrachtführers

Der Name des Luftfrachtführers darf im Flugschein abgekürzt werden. Als Anschrift des Luftfrachtführers gilt der Flughafen des Abflugorts, der gegenüber der ersten Abkürzung des Namens des Luftfrachtführers im Flugschein im Feld ‚CARRIER’ erscheint.